Der Beck – Original Nürnberger Elisenlebkuchen

Da fragt man sich doch, wo in Nürnberg die Lebkuchen gebacken werden, sitzt die Firma doch in Erlangen.

(Hintergrund für alle Nicht-Nürnberger oder regional Ansässige, die die Firma ‚Der Beck‘ nicht kennen:

Hierbei handelt es sich um eine Großbäckerei mit vielen Filialen in und um Nürnberg, etwa 150 sind es laut Wikipedia im Jahr 2026.

Und weiter: ‚Die Standorte befinden sich hauptsächlich in der Metropolregion Nürnberg sowie in den umliegenden Städten und Landkreisen wie Erlangen, Fürth, Bamberg, Forchheim, Neumarkt und Regensburg.‘

Der Produktionsstätte der Bäckerei ist Tennenlohe, ein eingemeindeter Ortsteil südlich von Erlangen.

Zwar ganz nah an Stadtgrenze zu Nürnberg gelegen, erlaubt dies immer noch nicht, die Lebkuchen so zu nennen und außerdem das Siegel der geografischen Herkunft auf die Packung zu kleben.

Hierzu gibt die Internetseite des Deutschen Brotinstituts Auskunft:

‚Der Beck hat die traditionsreiche Nürnberger ‚Lebküchnerei Eckstein‘ im Jahr 2017 übernommen. Dadurch besitzt das Erlanger Unternehmen eine eigene, offizielle Produktionsstätte auf Nürnberger Stadtgebiet. Nur so ist es rechtlich zulässig, dass die dort produzierten Waren – wie die bekannten Eckstein Elisenlebkuchen – den gesetzlich geschützten Namen „Original Nürnberger Lebkuchen“ tragen dürfen.‘)

Nun ja, mit diesem rechtlichen Kniff ist dies natürlich möglich, verschleiert die Firmenadresse von Erlangen doch insoweit diese Tatsache, als der normale Konsument nicht in der Lage ist, die Herkunft der ‚Original Nürnberger Lebkuchen‘ ohne aufwändige Internetrecherche vor Ort zu erkennen.

Sei’s drum, noch mehrere dieser vermeintlichen Eigenproduzenten von Nürnberger Lebkuchen schwirren am Markt herum, ich hab die alle mal auf der allgemeinen Lebkuchenseite aufgelistet, siehe hier. Einzelne Besprechungen folgen.

Aber nun endlich zum Lebkuchen:

Die Optik ist tadellos, die Schoki wirkt relativ dick. Im Innern sieht er etwas trocken aus, was sich am Gaumen nur teilweise widerspiegelt, da einzelne Lebkuchen unterschiedlich sind.

In der Nase ok, es kommt eine leichte weihnachtliche Gewürzmischung durch, Nelke kommt durch, auch die Schoki riecht animierend, aber alle nicht sonderlich intensiv.

Am Gaumen dann teilweise etwas trocken, viel Nuss, schön spürbare Orangeat- und Zitronatstücke, rund, harmonisch aber wenig expressiv, bleibt der Lebkuchen etwas auf der sicheren Seite. Die Schoki ok, im Abgang etwas bitter.

Die Textur wechselt von Lebkuchen zu Lebkuchen, ist meist aber etwas zu trocken und erinnert eher an sehr trockenen Gewürzkuchen.

Fazit: Ein gut gemachter Lebkuchen, der vielleicht etwas zu sehr auf einen überregionalen Konsensgeschmack ausgerichtet ist und deswegen individualisierte Aromen etwas vermissen lässt.

Dies zeigt auch die Zutatenliste, die an erster Stelle Zucker aufführt (das tun nur die großen Nürnberger Industrielebkuchenhersteller bei ihren Basisqualitäten). Noch dazu finden sich einige Hilfsstoffe im Verzeichnis, die ich da eigentlich nicht sehen möchte.

Ordentliche ⭐️⭐️⭐️ von ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️