Schnaittach – Marktcafé – Elisen Lebkuchen

Es geht Schlag auf Schlag, die Saison ist ja kurz und hat überall schon voll losgelegt.

Das Potenzial der Nürnberger Lebkuchen scheint noch lange nicht ausgeschöpft, immer wieder poppen neue Anbieter, Vermarkter oder Verfechter des Nürnberger Weihnachtsgebäcks auf.

Erst letzte Woche in der NN, der Nürnberger Nachrichten, ein Bericht über einen neuen Anbieter, der zwar backen lässt, dies aber genau nach seinem Rezept. Kennt man ja vom Bier…

Dazu demnächst mehr auf dieser Seite.

Aber nun zum Lebkuchen: Und nein, es ist nicht Nürnberg. Dies muss jedoch absolut kein Qualitätskriterium sein. Als Herkunftsbezeichnung taugt das, aber nicht mehr.

Hier ein echter Bäckerlebkuchen von einem kleine Café direkt in Schnaittach, das mir aus Erzählungen für seine außerordentliche Kuchenqualität besonders ans Herz gelegt wurde. Außerdem ist es im Laufnähe des Kanone- Bräustüberls.

Optik: Das sieht schon ganz gut aus, wobei die äußere Schokoladenhülle blind auch als industriell durchgehen könnte.

Im Innern (ich brech‘ den Lebkuchen jetzt auseinander, da bleibt die Struktur besser erhalten) eine schöne Mischung aus fein und grob. Letzteres spiegelt sich auch wunderbar bei den Nüssen wider.

Bereits in der Nase erscheint ein extrem gut ausgewogenes Gewürzpotpourri, Mandeln, Honig. Das riecht für mich schon verdammt nach Christkindlesmarkt und Weihnachten. Eher viele Aromen verwoben, Einzelnes, auch die Schokolade, sticht nicht heraus.

Am Gaumen super fluffiger Teig, intensive Gewürzaromen, vor allem die Nelke tritt deutlich hervor. Schöne, kernige Nussaromen, die ab und zu durch eine leichte Erdigkeit unterbrochen werden (meine Assoziation Haselnussschale). Im Abgang deutlich zimtig, aber auch etwas natronartig/chlorig/seifig, eventuell vom Hirschhornsalz? Keine Ahnung, da keine Zutatenliste auf der Packung angebracht ist. Auch am Gaumen bewegt sich die Schoki lediglich verhalten im Hintergrund, schade.

Textur: Saftig-feuchter Teig als guter Gegenpart zu den knackigen Nüssen, wirkt überhaupt nicht unfertig gebacken, das ist echt super getroffen. 

Fazit: Ein sehr gut gemachter Lebkuchen, super Textur, tolle, runde Harmonie der weihnachtlichen Aromen, wenn da nur nicht diese o.g. Störaromen wären. Daher leider nur ⭐️⭐️⭐️ von ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️