Domaine Saint-Damien – Gigondas Clovis Saurel 2023

Hat mich dann doch interessiert, auch wenn die Parameter den Wein als noch entschieden zu jung klassifizieren.

Doch auch jetzt macht der Grenache und Mourvedre aus alten, selektionierten Reben schon eine sehr imposante Figur: Gleich nach dem Öffnen in keinster Weise dick oder fett, eher fein und elegant im Ausdruck, das vorhandene Holz zeigt sich, wenn überhaupt, in feiner Zedernholznote, an Tabakkiste und Zigarre erinnernd. Und das wunderbar filigran integriert.

Es dominiert eine feine, kühle Frucht, sich ausgewogen präsentierend zwischen reif-fruchtigen Blaubeer/Heidelbeernoten, denen eine dezente Säure die notwendige Frische und Säure beisteuert.

Eine Walderdbeernote und ätherische Garrigue-Noten (wie ein großer Verkoster feststellt) nach Rosmarin kann ich auch nachvollziehen, wobei sich die Frucharomatik deutlich im blauen Bereich bewegt. Extrem feine und seidige Tannine sorgen für eine vibrierende Länge, die auch nach Belüftung immer noch für kühle Frische und animierende Komplexität sorgen.

Das macht jetzt schon richtig Spaß, vor allem kombiniert mit Essen, wird aber in den nächsten zehn Jahren mit Sicherheit noch weitere, spannende Geschmacksnuancen entwickeln.

Eher exploratorisch oder einfach aufgrund des Tageseinkaufs haben wir ihn kombiniert mit einem in Senf-Panko-Kruste gebratenen Skrei auf karamellisierten Roscoff-Zwiebeln. Erstaunlicherweise ergab dies eine erfreulich positive Aromenkombi. Den Fisch hat der Wein natürlich komplett weggesteckt. Mit den süßen, karamellisierten Zwiebeln ging der reife Grenache allerdings eine erstaunlich homogene Liaison ein. Again what learned 😉