
Ja geht denn die Saison scho wieder los?
Zum traditionellen Saison-Verkaufsstart bei Lebkuchen Schmidt in Nürnberg hat mir mein Sohn den aktuellen Lebkuchen des Jahres mitgebracht (wahrscheinlich sollte es eher heißen Lebkuchen der Saison 2026/27).
Also starten wir diese Jahr wieder durch, vielleicht etwas analytischer, mehr hinter die Kulissen schauend, vielleicht mal mit einem Interview angereichert oder diesem oder jenem Wissenswerten.
Versäumt es deshalb auch nicht, auf die Lebkuchen-Hauptseite zu schauen, da gibt’s informative Links zur Historie und allerlei Wissenswertes, nicht nur für Nicht-Nürnberger.

Und außerdem (bald) eine Zusammenschau aller seit 2018 verkosteter und hier veröffentlichter Lebkuchen. daneben gab’s auch noch ein paar Zeitungsartikel von mir zum Thema.

Aber nun tatsächlich zum ersten verkosteten Lebkuchen des Jahres 2026:

Optisch für die Größe des Herstellers durchaus vorzeigbar, innen wird’s dann allerdings schon etwas unaufgeräumter, faltig und uneinheitlich. Relativ grobe Ölsamen wechseln sich mit fein gemahlenem Teig ab.
In der Nase erscheint sofort die – wohl gewünschte Assoziation, die man gewöhnlich bei der Kombination von Walnuss und Ahornsirup hat, ja, genau: Eis! Doch in Verbindung mit der süßen Vollmilchschokolade geht das alles schon etwas in Richtung Praline, Konfekt. Daneben ganz deutlich Noten von Backsoda, bzw. Natron, die auch eine intensive Salzigkeit vorspiegeln.

Genau das wiederholt sich sofort am Gaumen: Zuerst das süße Konfekt, vor allem getragen von der Vollmilchschokolade, dann die Süße des allzeit präsenten Ahornsirups. Dann erst folgen dezent nussige Aromen, mit 16% durchaus die Walnuss sensorisch im Vordergrund.
Die Textur ist wunderbar komponiert zwischen leichtem (bzw. sehr leichtem) Biss außen und einer mundwässernden Feuchtigkeit gerade über der Schwelle des Durchgebackenseins. So muss es doch sein. Relativ grobe Ölsamen verleihen noch einen zusätzlichen Biss.


Fazit: Natürlich ist dies kein handwerklicher Lebkuchen, kann und will er bei seiner Verbreitung auch gar nicht sein. Dafür kommt er aber äußerst ordentlich daher, nur die etwas zu aufdringliche Süße, die durch den intensiven Ahornsirup noch potenziert wird ist mir persönlich too much. Soll aber wohl bei dieser ‚Special Edition’ genau so sein.
Daher auch sehr ordentliche ⭐️⭐️⭐️ von ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️